1965 Mein Urgroßvater war Ingenieur, mein Großvater war Ingenieur, mein Vater ist Ingenieur, mein anderer Großvater war Schreiner, mein Onkel ist Schreiner, mein Großonkel war Kunstmaler. Was soll ich sagen, Buchhalter wollte ich nicht werden, Erfinder eher.

Nach meinem Abitur 1984 am Technischen Gymnasium habe ich eine umfangreiche Metall-Ausbildung beim renommierten deutschen Omnibushersteller Evobus (damals noch Kässbohrer) absolviert, bei der ich lernte, dass man etwas dann genau nennt, wenn es dem 100sten Teil eines Millimeters genügt. Heute meine ich, dass dies bei einem 1000stel Millimeter gilt, aber Jeder fängt mal groß an.

Meine ersten Akustikgitarren hatte ich allerdings schon ein paar Jahre zuvor gebaut. Nachdem mir ein Buch von Donald Brosnac in die Hände fiel, in dem die wunderschönen Acoustics von Steve Klein abgebildet waren, habe ich sofort mit dem Bau begonnen: dem Bau einer Steve Klein Acoustic. Die eigentliche Gitarre, deren Bau im Buch beschrieben war, hatte die Anmutung einer Jagdhütte mit Schnitzereien und Schallloch. Diese Gitarre ließ ich aus und so war meine erste Gitarre eine Hommage an Steve Klein. Zumindest der Form nach, denn von Steves Konstruktionen hatte ich damals noch keine Ahnung, es waren ja nur die Photos in diesem Buch, die ich hatte.

Nachdem ich am 1. Juni 1988 offiziell teuffelguitars gegründet hatte, habe ich in den folgenden Jahren zumeist E-Gitarren und Bässe gebaut. Damals entstand meine erste Gitarrenserie Dr. Mabuse, und die Bassserie JFK, die sich noch stark an den traditionellen Vorbildern orientierten: eingeleimte Hälse, Mahagoni, Riegelahorn, Quilted, Rio, Pickups, Mechaniken und Vibrato bestellen und einbauen, Hochglanz, das Übliche eben.

Würde man mich fragen, was mein wichtigster Moment im Gitarrenbau war: mein Produktdesign-Studium 1992 bis 1996.

1992 war ich unzufrieden mit meiner Gitarrenarbeit. Meine Gitarrenserien waren durchentwickelt - gute Gitarren, die heute sogar Sammlerpreise erzielen. Inzwischen suchte ich aber weitere Herausforderungen, die ich im traditionellen Gitarrenbau nicht finden konnte. Im Studium lernte ich, meine Arbeit aus der Distanz zu betrachten und konzeptionell zu begreifen. Am Ende meines Studiums ist die birdfish Serie entstanden, zwei Jahre später die coco Serie, später mein tesla model und schließlich die niwa Serie.

 
2008   Seit ein paar Jahren arbeite ich neben meinem Gitarrenbau als Berater für die Fender Musical Instruments Corporation. Ausserdem habe ich in den vergangenen Jahren Thomastik-Infeld beraten.

   
   


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